Es geht uns alle an

Leider ist es kein Märchen: Die Reichen werden immer reicher, während dem die Armen immer ärmer werden. Die 62 reichsten Einzelpersonen besitzen so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie der unabhängigen Entwicklungsorganisation Oxfam. Weiter ist der Besitz der Menschen, die zur benachteiligten Hälfte gehören, in den letzten sechs Jahren um eine Billion US-Dollar geschrumpft. Gleichzeitig hat das Kapital der 62 reichsten Menschen um 0,5 Billionen US-Dollar zugenommen.
Ich muss keine Terrorismus-, Sozial-, Migrations- oder sonst weiss ich was für eine Expertin sein, um zu sehen, dass diese Entwicklung Probleme fördert. Armut bringt Aussichtlosigkeit und soziale Unruhen mit sich. Armut ist Nährboden für Terrorismus. Dass die verursachten Probleme uns bereits erreicht haben, ist wohl nicht zu übersehen.
Die aktuellen Wirtschaftspraktiken haben zum beschriebenen Sachverhalt geführt und werden die Problematik weiter verstärken. Wir als mündige Bürgerinnen und Bürger tragen diese Entwicklung mit. Manch einer mag mich jetzt belächeln und darauf warten, dass ich den Kapitalismus überwinden will. Den Kapitalismus überwinden will ich nicht, da ich es für unrealistisch halte. Aber eine Marktwirtschaft, zu der nur ein Teil der Weltbevölkerung Zugang hat, nenne ich keine freie Marktwirtschaft. Genau dieses „freie“ System hat dazu geführt, dass 62 Menschen gleich viel besitzen, wie die Hälfte aller Menschen zusammen.
Vielleicht kann ich nicht erwarten, dass Sie unsere sogenannt freie Marktwirtschaft hinterfragen, wie ich es mache. Erwarten kann ich aber, dass wir unsere Verantwortung, mindestens was den Welthunger angeht, bei den nächsten Abstimmungen zusammen wahrnehmen. Die Schweiz ist zwar ein kleines Land, aber insbesondere im Rohstoffhandel und somit auch im Geschäft mit Nahrungsmitteln spielt sie eine grosse Rolle. Sagen wir deshalb am 28. Februar Ja zur Initiative gegen Nahrungsmittelspekualtion.

Mara Landtwing, Zug

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