Armutszeugnis für die Schweizer Politik und die SVP

Die Fraktion der SVP Schweiz hat letzte Woche ihre Kandidaten für den Bundesrat nominiert. Für das verantwortungsvolle Amt in der Landesregierung schickt sie Männer (für Frauenrechte hat sich die SVP bekanntlich noch nie interessiert …) ins Rennen, die bisher nicht durch ihren politischen Leistungsnachweis, sondern vor allem durch ihren mangelnden Respekt gegenüber den Mitmenschen Aufsehen erregt haben. Der Tessiner Kandidat machte sich national durch seine mehrfachen verbalen Entgleisungen, die einer offiziellen Vertretung der Schweiz nicht gut anstehen, einen Namen.

Und aus Zug wird ein Nationalrat nominiert, der sich nicht mit politischen Vorstössen und Projekten empfohlen hat, sondern durch eine Amtsgeheimnisverletzung und in seiner Funktion als kantonaler Parteipräsident durch mangelnde Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten in der Zuger Vergewaltigungsaffäre aufgefallen ist. Im Wahlkampf hat er sich über Opfer von Vergewaltigungen lustig gemacht, was einiges über seine Charakterschwäche und Geringschätzung gegenüber PolitikerInnen anderer Parteien aussagt. In Gesprächen, die ich das eine oder andere Mal mit Herrn Aeschi führen durfte, wirkte er alles andere als souverän – ist wohl auch schwierig auf Fragen zu antworten, wenn vorher nicht die Direktive vom allmächtigen politischen Ziehvater eingeholt werden kann.

Es ist ein Armutszeugnis für die politische Landschaft und die wählerstärkste Partei in der Schweiz, wenn ein derart uneigenständiger, charakter- und führungsschwacher Mensch wie „das Büebli“ – Übername von einigen seiner Zuger Parteikollegen – ernsthafte Chancen hat, in die Landesregierung gewählt zu werden. Das Militär kennt einen Begriff, um Aeschis Eignung für den Bundesrat einzuschätzen: Untauglich.

Yannick Ringger, Zug

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