Zum Referendum gegen den Betriebsbeitrag für das Podium 41

Wer dem Podium 41 gegenüber kritische Fragen stellen beziehungsweise den kürzlich beschlossenen Betriebsbeitrag zur Abstimmung bringen möchte, hat selbstverständlich das Recht dazu. Wer von diesem Recht Gebrauch macht, wird nicht als «schlechter Mensch» hingestellt, wie das im Leserbrief vom 13. August behauptet wurde. Im Übrigen darf aber auch ein Komitee kritisiert werden, das sich zwecks Referendum angeblicher Fakten bedient, die so, etwa von der Zuger Polizei, alles andere als bestätigt werden können. Ich persönlich frage mich ja, ob denn Komiteemitglieder, welche von Leuten gehört haben wollen, dass es im Podium 41 «so» nicht weitergehen könne, schon selbst einmal einen Fuss in dieses Lokal gesetzt haben. Ich als junge, weder Alkohol noch Raucherwaren oder andere Drogen konsumierende Frau habe mich im Podium 41 noch nie unwohl, belästigt oder genötigt gefühlt. Höre ich Gregor R. Bruhin, den Mediensprecher des Komitees, von Gewaltszenen berichten, welche im Podium 41 schon fast zur Tagesordnung gehörten, kann ich, bei allem Respekt für den werten Kollegen, nur lachen. Müsste ich jemandem einen «Begegnungsort» nennen, der seinem Namen gerecht wird, würde ich mich fürs Podium 41 entscheiden. Es ist bewundernswert, wie die Betreiberin Gastronomie und soziale Arbeit unter einen Hut bringt. Es werden unter anderem Gäste und Teilnehmer akzeptiert und gecoacht, die an anderen Orten nicht gerne gesehen werden. Gerade deswegen sind viele Pächter herkömmlicher Gastwirtschaften der Stadt und der Betreiberin dankbar. Die Ausgaben für diesen Ort mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen, doch bedenkt man, wie wichtig es für den Frieden einer Stadt ist, auch als randständig bezeichneten Menschen einen Platz zu bieten, dann ist der Beitrag eine sinnvolle und gerechtfertigte Investition. Nur so nebenbei: Im Gegensatz zu vielen Clubs und Bars muss der Eingang des Podiums 41 nicht von Männern mit Schrank-Konstitution bewacht werden. Ich frage Sie, wo wird wohl die Kriminalität höher sein? Mitbürgerinnen und Mitbürgern, welche sich von Leuten fernhalten wollen, die Alkohol, Cannabis oder Tabak konsumieren, empfehle ich, doch in Zukunft das ganze Seeufer, Bahnhöfe sowie sämtliche Bars und Wirtsstuben zu meiden. Zum Schluss noch dies: Auch ich weiss junge und kritische Menschen, die unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen, sehr zu schätzen. Zu ihnen gehört auch Isa­belle Vögtli, die als Vorstandsmitglied einer sehr aktiven Zuger Jungpartei mindestens genauso viel ihrer Freizeit in das Unterschriftensammeln beziehungsweise die Politik investiert wie die von Leserbriefschreiber Andreas Poncini genannten Gemeinderäte.

Mara Landtwing, Zug

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