DAS LINKS-RECHTS-SCHEMA GREIFT HIER ZU KURZ

In den Räumlichkeiten des Jugendkulturzentrums Industrie 45 (i45) proben junge Musiker/innen und deren Bands, werden Beiträge für den hauseigenen Radiosender produziert, es finden Jonglierabende sowie Diskussionsrunden und Konzerte statt. Junge Menschen können in der i45 sehr selbstständig an der Verwirklichung ihrer Pläne arbeiten und werden dabei begleitet.

Die i45 ist Teil des Vereins Zuger Jugendtreffpunkte (ZJT) und wird von der Stadt Zug mitfinanziert. Das Kulturzentrum steht allen jungen Zugerinnen und Zugern, nicht zuletzt jenen, welche Interesse an der Mitgestaltung haben, offen.

Eine Fraktion des GGR beschwert sich in einer Interpellation über die «Subventionierung einer staatsfeindlichen Organisation» mit dem Namen «Systembruch». «Solche Personen» zu tolerieren, ihnen gar eine Plattform für ihre «linksradikalen Theorien» zu bieten, sei gefährlich und müsse unterbunden werden.

In seinem Leserbrief vom 20. März zeigt sich ein Mitinterpellant schockiert über die Stellungnahme des Geschäftsführers der i45, welcher in einer Lese- und Diskussionsrunde, initiiert von der Gruppe «Systembruch», keine Gefahr sieht.

An dieser Stelle gebe ich zu, dass sich meine Sympathie für den Systembruch ebenfalls in Grenzen hält und dass sie durch Ausdrücke wie des zitierten «Scheissstaat» nicht wächst.

Im Zusammenhang mit der Interpellation der SVP-Fraktion und dem Leserbrief des jungen Gemeinderates frage ich mich aber, ob allen bekannt ist, was eine Diskussionsrunde ist. Als Diskussion bezeichnet man ein Gespräch, bei dem ein Thema kontrovers untersucht, sprich, diskutiert wird und verschiedene Ansichten zur Sprache kommen. Die blosse Unterscheidung von «links» und «rechts» greift in einer Diskussion meist zu kurz.

Zum Schluss empfehle ich allen jungen Zugerinnen und Zugern wärmstens, das Angebot der i45 beziehungsweise des ZJT zu nutzen. Jugendliche von heute treffen sich nämlich an Konzerten, beim Breakdance, Musizieren, Diskutieren und Jonglieren. Auf bald!

Mara R. Landtwing, Zug


Der Leserbrief „Keine staatliche Plattform für Radikale“ von Gregor R. Bruhin ist hier – Mara R. Landtwings Leserbrief ist eine Antwort auf seinen.

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