DEMO: Justice now!

Solidarität mit den Opfern von Glencore und Xstrata

Am Mittwoch, 11. Juli findet in Zug am Bahnhof ab 19.00 Uhr eine Demonstration für Solidarität mit den Opfern von Xstrata, Glencore und anderer Multis statt. Die Kundgebung wird um 19.30 Uhr auf dem Unterem Postplatz zwischen dem Xstrata-Hauptsitz und dem Regierungs-Gebäude über die Bühne gehen.

Die geplante Fusion von Xstrata und Glencore gefährdet die Reputation der Schweiz und des Kantons Zug. Die beiden Konzerne stehen für ein Wirtschaftssystem, in dem die Gesamtbevölkerung der 96 ärmsten Länder in einem Jahr weniger verdient, als die sechs Glencore-Manager mit ihrem Börsengang gewonnen haben. Mit der Demo setzen wir ein Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit, vor allem aber gegen die menschenverachtenden Machenschaften, welche sich die beiden Konzerne im Ausland erlauben.

Anlässlich der beiden Fusions-GV von Xstrata und Glencore am 11. und 12. Juli demonstrieren wir für die Einhaltung der Menschenrechte auf der ganzen Welt, den Respekt gegenüber Natur und Umwelt, das Verbot von Nahrungsmittelspekulation und für die Aufhebung von Steuerprivilegien für die Rohstoffmultis.

Kurz: Für ein Recht ohne Grenzen, für eine gerechtere Welt!

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Die Rede von Virginia Koepfli, Co-Präsidentin JUSO Zug:

Herzlich Willkommen auch im Namen der Juso Zug! Es freut mich als Zugerin sehr, zu sehen, dass eine breite Empörung über die Schandtat471217_422373544471502_646651688_oen von Xstrata und Glencore herrscht. Eine Empörung, die uns heute alle hierhin bewogen hat.

Es freut mich als Zugerin, weil dieser Kanton immer mehr zum alleinigen Unterschlupf für Rohstoffhändler und ihre Unternehmen wird und bald keinen Platz mehr bietet um hier zu wohnen – um zu leben!

Um es anders zu sagen: Wer heute noch im Kanton Zug lebt, der macht sich die Hände dreckig. Das „Blut-Geld“ dieser menschenverachtenden Unternehmen zirkuliert hier in Zug. Ob beim Bäcker oder bei der Bank, wir sind schon längst einen Teil dieses schmutzigen Geschäfts. Wir sind einen Teil der Kette, die auf der rücksichtslosen Ausbeutung von Schwächeren beruht.

Wenn man dann von Zuger Regierungsräten hört, man bedauere die angespannte Lage mit diesen Firmen im Ausland, aber man wolle halt nicht die treuen Steuerzahler verlieren, ist das einfach nur zynisch!

Diese „korrupten“ Konzerne haben sich im Kanton eine Lobby gesichert, welche ihnen völlig kritiklos Rückendeckung gibt.

Der Kanton Zug aber auch die ganze Schweiz kann und darf diese Verantwortung nicht einfach von sich weisen. Unsere Hände sind schmutzig, solange wir uns nicht alle zusammen als Kanton Zug, als Schweiz, konsequent gegen solche Konzerne stellen!

Unter den vielen schmutzigen Geschäften, die diese rücksichtslosen Konzerne betreiben, ist die Spekulation auf Nahrungsmitteln wohl eine der dreckigsten Angelegenheiten. Es ist ein Business, in dem für immer mehr Profit das Elend oder sogar der Tod von Millionen von Menschen in Kauf genommen wird. Glencore handelt nicht nur mit Rohstoffen, sondern spekuliert gleichzeitig auch kräftig mit. Der Konzern kann also auf der einen Seite zum Beispiel auf steigende Preise wetten und auf der anderen seine Waren zu höheren Preisen verkaufen, wenn der Preis wirklich steigt. Wenn ein Unternehmen die Möglichkeit hat, die Preise aktiv zu beeinflussen, zu denen es dann sein Weizen, sein Reis oder Mais verkaufen kann, dann wird es gefährlich. Gefährlich für Millionen von Menschen, die sich ihr Essen nicht mehr leisten können. Glencore verdient an diesem dreckigen Geschäft jährlich rund 330 Millionen Franken.

Als Russland aufgrund einer verheerenden Trockenheit massive Ausfälle bei seiner Weizenernte befürchtete, erliess die Regierung im Sommer 2010 ein Exportverbot. Daraufhin schnellten die globalen Weizenpreise innerhalb von zwei Tagen um 15% in die Höhe. Eine Katastrophe für Hunderte von Millionen Menschen, die ihre Familie nicht mehr ernähren können.

Ganz offensichtlich haben aber die Chef’s der russischen Glencore Tochter International Grain, die zuständigen russischen Politiker zu diesem Exportverbot gedrängt. Entsprechende Hinweise einer ihrer Mitarbeiter dementierte die Konzernzentrale in Baar zwar umgehend. Was damals schon wenig überzeugend klang wurde durch die jüngsten Informationen auf den Banken völlig unglaubwürdig. Demnach soll der Rohstoffgingang just im Frühsommer 2010 auf die steigenden Weizenpreisen spekuliert haben. Wie offenbar geplant, hat das russische Ausfuhrverbot und die darauf folgende Preissteigerung tatsächlich satte Gewinne in Glencore’s Kassen gespült: Die Profit der Agrosparte haben sich 2010 mehr als verdoppelt. Die Zeche bezahlt hat die hungernde Bevölkerung im globalen Süden.

Glencore gehört mitunter zu den Unternehmen, welche die Juso dazu bewogen haben, die Spekulationsstopp-Initiative zu lancieren. Wir wollen aktiv gegen solche Gräueltaten vorgehen. Wir werden diese widerwärtigen Praktiken nicht mehr länger hinnehmen!

Dass wir heute alle hier sind zeigt, dass es trotz all diesen menschenverachtenden Debatten in der bürgerlichen Politik immer noch Menschen gibt, die an mehr als nur den eigenen Profit denken.

Wenn ein Konzern wie Glencore eine solche Monopolstellung in einer oder gar mehreren Branchen hat, wenn dieser Konzern seine Position dazu nutzt, die Welt schamlos auszubeuten, dann muss gehandelt werden.

Ob Fusion oder nicht: Solche Konzerne müssen die Grenzen aufgezeigt werden, lassen wir sie weltweit nach unseren Regeln – den Regeln der Bevölerkung, den Regeln des Gemeinschaftswohl und der Solidarität spielen! Setzen wir ein Zeichen! Kämpfen wir gemeinsam für eine gerechtere Welt!

 

Vielen Dank!

 

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