Für alle statt für wenige und gleichzeitig urliberal

Gemäss der eidgenössischen Steuerverwaltung besitzt das reichste Prozent der Steuerpflichtigen 40 Prozent des gesamten privaten Vermögens. Mit Ausnahme weniger Kantone wird dieser Reichtum steuerfrei vererbt. Wo bei der Vererbung und der darauf folgenden Anhäufung solcher Kapitalmengen der urliberale Gedanke der Chancengleichheit zu finden sein soll, ist mir schleierhaft. Deshalb verwundert es, dass diese liberale Idee bei den sich heute als liberal verstehenden Parteien wenig Anklang findet. Stattdessen setzen sie auf Emotion, von der „Familienfeindlichkeit“ einer Erbschaftssteuer ist die Rede.

Bei genauem Lesen wird ersichtlich, dass für ein Ehepaar oder ein in eingetragener Partnerschaft lebendes Paar ein Freibetrag von vier Millionen vorgesehen ist. Es handelt sich dabei um einen Nettobetrag, das heisst beispielsweise Hypotheken auf Häuser wurden bereits abgezogen. Vermögen, welches diesen Freibetrag übersteigt, wird mit 20% besteuert, was gerade im Vergleich zu unseren Nachbarländern sehr moderat ist. Zu behaupten, eine solche Steuer würde die mittelständige Familie angreifen, ist also falsch.

Auch ein Freibetrag von vorgeschlagenen 50 Millionen für KMU sorgt dafür, dass lediglich ein Prozent der KMU vom ermässigten Steuersatz von fünf Prozent betroffen wären. Wer also von KMU-Sterben redet, scheint aus den Augen verloren zu haben, bei welchen Unternehmen und Konzernen es sich wirklich um KMU handelt.

Die relativ einseitige Konzentration auf die Beschaffung im Vergleich zum Nutzen der Einnahmen zeugt ausserdem von Interessenpolitik für wenige. Die langfristige Finanzierung der AHV geht jedoch alle etwas an. Die absehbare demografische Lage zwingt uns dazu, die Rentenfinanzierung zu überdenken. Statt auf massive Beitragserhöhungen oder Rentensenkungen sollten wir auf eine gerechte und moderate Steuer setzen. Verpassen wir deshalb die Chance nicht und stimmen am 14. Juni JA zur Erbschaftssteuerreform!

 

Sophia Moczko, Co-Präsidentin JUSO Zug

Medienmitteilung Stipendieninitiative

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Die JUSO Zug und die Jungen Alternativen unterstützen das Anliegen des Verbandes der Schweizer Studierendenschaft (VSS) und deren Stipendieninitiative.

Stipendien greifen da, wo es aufgrund der finanziellen Lage nicht möglich ist, sich aus- oder weiterzubilden. Stipendien werden heutzutage aber kantonal sehr unterschiedlich gehandhabt. So kann es sehr gut sein, dass eine studierende Person im Kanton Waadt ein Stipendium erhält, dass sie hingegen im Kanton Zug nicht erhalten hätte. Die Schweiz kennt keine klaren und verbindlichen Regeln, was die Stipendienvergabe betrifft.

Die linken Jungparteien kritisieren, dass der Zugang zu Bildung für finanziell schlechter gestellte Personen so ungerecht ausfällt. Es darf nicht sein, dass der Wohnort über ein Stipendium und somit über Bildungsmöglichkeiten entscheidet!

Eine Harmonisierung des Stipendienwesens in der Schweiz ist somit dringend nötig.

Die JUSO Zug und die Jungen Alternativen haben deshalb die Ja-Parole beschlossen.

 

Medienmitteilung-Stipendieninitiative

Für starke KMU und Renten – gegen den Geldadel

11194486_933007883408063_2218294920858942037_oAls die Liberalen vor 150 Jahren noch eine fortschrittliche Kraft waren, setzten sie sich gegen den von Geburt aus reichen und mächtigen Adel ein. So hielt sogar der Begründer der freien Marktwirtschaft, Adam Smith, die Ablehnung einer Erbschaftssteuer für unbegründbar. Heute sind die „Liberalen“ neoliberal, reaktionär und verteidigen die herrschenden Machtverhältnisse, bei denen die wirtschaftliche Ungleichheit mit jedem Tag zunimmt (gemäss Credit Suisse besitzt in der Schweiz das reichste Prozent 58 Prozent des gesamten Vermögens – Tendenz steigend!). Angesichts dieser Ausgangslage überrascht es nicht, dass die Neoliberalen eine Steuer auf Millionen(!)-Erbschaften mit aller Kraft bekämpfen – und dabei das Volk nach Strich und Faden anlügen. Die Initiative zur Einführung einer Steuer auf Millionen-Erbschaften, welche am 14. Juni zur Abstimmung gelangt, sieht ausdrücklich (Art. 129a, Ziff. 5) einen höheren Freibetrag zur Besteuerung von KMU und Landwirtschaftsbetrieben vor. Gemäss Initianten beträgt dieser mindestens 50 Millionen – betroffen wären von der Initiative also maximal 1 Prozent aller Betriebe. Wer nun von einer „Gefahr für die KMU“ spricht, hat entweder den Initiativtext nicht verstanden oder versucht die Stimmberechtigten mit falschen Behauptungen bewusst in die Irre zu führen.

Die Initiative für eine Steuer auf Millionen-Erbschaften wird vielmehr einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen, indem sie eine der grössten Herausforderungen für die Schweiz zu lösen vermag: Die Sicherstellung unserer AHV. Statt ständig auf Kosten des Mittelstandes und der Unterschichten die Renten zu senken und das Rentenalter zu erhöhen, sollen endlich jene angemessen Steuern zahlen, denen ohne einen Finger zu krümmen Millionen in den Schoss fallen. Deshalb empfehle ich, am 14. Juni für die Initiative zur Besteuerung von Millionen-Erbschaften zu stimmen.

Yannick Ringger, Zug

Nominationsversammlung SP

Wir JUSOs waren gestern entäuscht, dass Virginia nicht für die SP Liste nominiert wurde. Dennoch werden wir sehr aktiv Wahlkampf machen und unsere Anliegen aufs politische Parkett bringen. Mit unserer JUSO-Liste kämpfen wir für einen linken Sitz und unterstützen die SP – besonders ihren Spitzenkandidaten Hubert Schuler.

Mehr Rechte für Lernende – Lancierung der Kampagne

Heute haben wir in Zug die Lernendenkampagne mit der dazugehörigen Petition lanciert. Die Demokratie in den Betrieben sowie die Rechte der Lernenden müssen verbessert werden. Lernende sind jung und neu in der Arbeitswelt. Sie bekommen den wirtschaftlichen Druck oft besonders zu spüren. Deshalb fordern wir unter anderem einen Mindestlohn für Lernende, demokratische Mitspracherechte in den Betrieben und eine tripartite Lehraufsicht, in welcher auch die Lernenden selbst vertreten sind.

Hier kann die Petition unterschrieben werden:
Petition „Fight For Your Rights“

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1. Mai Feier

Wie schon in den Jahren zuvor war der 1. Mai verregnet und grau. Viele Zuger JUSOs waren schon an der Demo in Zürich und kamen durchnässt in Zug an. Ca. 100 Leute waren ab 17 Uhr auf dem Landsgemeindeplatz, um den diesjährigen Tag der Arbeit zu feiern. Die Stände waren dieselben wie in jedem Jahr; die Gewerkschaften waren mit vpod, UNIA und sev sowie durch den Gewerkschaftsbung Zug (GBZ) vertreten. Es gab einen tamilischen Stand, der Essen verkaufte, was auch einige andere Stände taten.

Joelle Flanders

Joelle Flanders

Die Jungen und „alten“  Altenativen sowie der Systembruch warben mit Flyern, Klebern und anderem Material. Wir JUSOs machten das auch: Feuerzeuge, Flyer für den Nationalrat, Kleber und Pins für die Lernenden Kampagne und Unterschriftenbögen für die Wohnrauminititative und die Lernenden Petition. Daneben noch einige Flyer für die Erbschaftssteuer, die von der SP beigesteuert wurden. Es waren ziemlich viele JUSOs trotz dem schlechten Wetter gekommen – einige auch wegen den jungen Zuger Rednerinnen. Zwischen den Reden spielte Joelle Iana Flanders, mit ihrer tollen Stimme und schönem Gitarrenspiel sorgte sie für gute Stimmung.

Nach Musik und Reden gab es von First Firday die Veranstaltung „1. Mai – bezahlt und frei!“. 1973 brachte die frisch gegründete Revolutionäre Marxistische Liga den 1. Mai wieder auf die Zuger Strassen. Auf dem Fronttransparent: „1. Mai – bezahlt und frei!“ – nicht gerade eine revolutionäre Forderung, die aber bis heute im Kanton Zug unerfüllt blieb. Seitdem kam es um die Organisation des „Tages der Arbeit“ immer wieder zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gewerkschaften und der Linken. Der „traditionelle 1. Mai“ und der „offizielle 1. Mai“ erlebten in Zug eine lebhafte Geschichte. Bruno Bollinger war seit 1972 an der Organisation des 1. Mai in Zug beteiligt. Er arbeitet seit einigen Jahren an der „Geschichte der Gewerkschaften und des 1. Mai in Zug“. Darüber verschaffte er den Teilnehmenden einen guten Überblick. Die anwesenden JUSOs waren sehr erstaunt, dass es schon zwei 1. Mai-Demos mit 1000 TeilnehmerInnen gegeben hatte. Dazu sagen wir: Challenge accepted!


Die drei diesjährigen 1. Mai Rednerinnen
Foto der drei Rednerinnen

Foto der drei Rednerinnen

Die erste Rednerin, Katharina Preliz-Huber (Präsidentin vpod),  hielt eine typische Gewerkschaftsrede: „Die Schweiz ist so reich wie nie. Alle ArbeiterInnen, Angestellte und Rentnerinnen könnten gut leben, würde die ausgezahlte Lohnsumme pro Jahr fair durch alle Arbeitenden verteilt.“

Fabienne Widmer, Nationalratskandidatin für die Junge Alternative,  prangerte besnders das Sparpaket an: „Anstatt einzusehen, dass eine Tiefsteuerpolitik nicht zum gewünschten Ziel führt, und man deshalb die Steuern erhöht, werden 280 Massnahmen zum Sparen verabschiedet. Und hier ist es doch ironisch, dass ein Stadttunnel für eine Milliarde gebaut werden soll und gleichzeitig im Rahmen des Sparpakets die Billettpreise für den öffentlichen Verkehr erhöht werden.“

Anna Spescha, Nationalratskandidatin der JUSO Zug, machte mit ihrer Rede auf verschiedene Probleme aufmerksam. Ein Zitat ihrer Rede wurde sogar zur Überschrift des Artikels in der Neuen Zuger Zeitung.

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Rede von Anna Spescha, Co-Präsidentin der JUSO Zug

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe versammelte Linke, liebe Anwesende

Wir sind heute, am Tag der Arbeit, hier, um für faire Arbeitsbedingungen zu kämpfen, für mehr bezahlbaren Wohnraum, gegen Sparpakete, für die Völker- und Menschenrechte, gegen den Klimawandel, für grüne Energien. Das sind einige der linken Alltagsbaustellen. Alltäglich ist auch Marktversagen. Die Krisen, die wir jetzt und in den letzten Jahren erleben, sind Teil des kapitalistischen Systems. Der Kapitalismus braucht Wachstum, um zu funktionieren – dabei weiss jedes Kind, das nichts ewig wachsen kann. Deshalb gibt es immer wieder Krisen und aus dieser scheinen wir kaum mehr hinauszukommen. Auf der ganzen Welt gibt es Unruhen, weil die Menschen keine Lebensgrundlage mehr haben. Auch hier in der Schweiz beginnt die heile Welt zu bröckeln: Den Reichen macht man Steuergeschenke, für den Rest bleiben Sparpakete. Firmen entlassen Leute, die Arbeitsbedingungen werden verschlechtert, Einstellungsstopps werden verhängt. Der Sparwahn ist omnipräsent. Betroffen sind vor allem die Bildung und der Gesundheitsbereich, in Zug zudem auch der Behindertenbereich.

Wir sind Teil eines weltweiten Wettkampfs um tiefe Steuern, tiefe Preise – möglichst wenig kosten muss alles. Dank WTO und Weltbank lassen die Staaten ihre Regulierungshüllen fallen. Volle Konkurrenz, überleben des „wirtschaftlicheren“. Wer nicht funktioniert, wird fallen gelassen in die Sozialwerke, doch dieses Netz bekommt Löcher, hineingerissen von bürgerlichen Ideologien. Die unsichtbare Hand des Marktes wird schon alles regeln, sagen die Neoliberalen. Dabei versagen Märkte wohl öfter als sie funktionieren.

Wir, wir sind reich. Wir können die Landwirtschaft subventionieren. Die EU auch. Aber in Afrika haben die Staaten dieses Geld nicht. Es fehlt auch für Bildung und Forschung, die so notwendig wäre. Für hohe Erträge braucht es gutes Saatgut und angepasste Anbaumethoden. Der Hunger müsste nicht allgegenwärtig sein, doch die westlichen Länder profitieren davon. Firmen mit Sitz in der Schweiz, in Zug, bereichern sich auf deren Kosten – auch wenn es Menschenleben kostetRede 1.5.15.

Skrupellos sind die Konzerne wenn es um ihren Gewinn geht, doch hier wollen sie doch nicht so viel Geld haben – dann müssten sie ja noch Steuern zahlen! Ja, wir haben tiefe Steuern und locken damit das Kapital an. Doch was nützt uns das, wenn man nicht mehr hier wohnen kann? Deshalb sammeln wir, Junge Alternative und JUSO, eine Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum, wer noch nicht hat unterschreibt bitte an unseren Ständen.

Das heutige Motto ist „Sparpakete versenken statt Steuern senken!“ Wir wehren uns gegen die Sparpakete und Leistungskürzungen im Staat, doch eines muss uns klar sein: Im Kapitalismus ist nur Pflästerli-Politik möglich. Egal wir gross die Pflaster und Verbesserungen sind, das Problem liegt im System selber. Wir müssen den Leuten zu verstehen geben: wir kennen die Probleme, wir versuchen sie im Parlament zu verbessern. Aber wir haben auch langfristige Lösungen. Deshalb brauchen wir den Sozialismus. Sozialismus ist ein grosses Wort, jeder stellt sich etwas anderes darunter vor. Ich habe die Vision einer Gesellschaft, in der jeder gleichberechtigt ist und in der alle die Chance haben, ein gutes Leben zu führen. Dies ist mit einer gesellschaftlichen Produktion möglich. Schonender Umgang mit den Ressourcen ist notwendig. In der Industrie, in den Haushalten, aber auch in der Landwirtschaft. Wir müssen mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen sorgsam umgehen. Nur so ist ein gemeinsames Zusammenleben möglich. Ihr mögt denken: dafür braucht es den Sozialismus nicht. Falsch! Im Kapitalismus regiert das Kapital, der Markt. Die Politik kann regulieren, aber auch sie wird von der Wirtschaft und den Eliten dominiert.

Nur in einem System, in dem der Mensch, das Individuum, im Vordergrund steht, kann es ein friedliches Zusammenleben von Menschen und im Einklang mit der Natur geben! Deshalb sind wir heute hier, deshalb gehen wir auf die Strasse, dafür kämpfen wir! Venceremos!

JUSO-Parolenfassung: Kantonal Nein, National Ja

Die JUSO Zug hat am letzten Samstag, den 18. April, die Parolen für die nächsten Abstimmungen gefasst. Den Stadttunnel lehnt die JUSO Zug ab, da man nicht fast eine Milliarde in den Strassenbau investieren kann und gleichzeitig ein Sparpaket schnüren, das für viele Zugerinnen und Zuger eine grosse Belastung sein wird. Die JUSO Zug ist ganz klar für die Erbschaftssteuer, denn wir brauchen sie unbedingt, um die AHV zu stärken. KMUs und Landwirtschaftsbetriebe sind davon ausgenommen, Wohneigentum kann – mit Ausnahme grosser Villen – steuerfrei vererbt werden und Ehegatten beerben sich steuerfrei. Dank der hohen Freibeträge und Ausnahmeregelungen werden also nur die Erblasser besteuert, die es sich auch wirklich leisten können. Die Stipendieninitiative wird befürwortet, weil heute viele Studierende je nach Kanton kein Stipendium bekommen, obwohl sie es brauchen. Die JUSO Zug sagt Ja zur Änderung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen sowie dazu, dass Präimplantationsdiagnostik zu klar bestimmten Zwecken erlaubt wird (z.B. zur Verhinderung von Erbkrankheiten, die nicht geheilt werden können, aber grosse Leiden verursachen).

 

ZUM ENTLASTUNGSPROGRAMM

Tiefsteuerpolitik muss überdacht werden

In der vergangenen Woche hat der Zuger Regierungsrat einen Massnahmenkatalog vorgestellt, mit dem das kantonale Budget künftig um mehr als 100 Millionen pro Jahr gekürzt werden soll. Wenig überraschend trifft das Sparpaket vor allem jene Menschen in un­serer Gesellschaft, die sich am wenigsten wehren können (siehe zum Beispiel die massiven Einsparungen im «Behindertenbereich»). Wenig umsichtig sind zudem die Kahlschläge in der Bildung – wegen des ruinösen und kurzfristigen Steuerwettbewerbs wird nun fahrlässig die Zukunft unserer Kleinsten aufs Spiel gesetzt.

Mit dem Sparpaket zeigt sich wieder einmal eindrücklich, für wen der bürgerliche Kantonsrat und der Regierungsrat Politik betreiben – von den zahlreichen Steuersenkungen im letzten Jahrzehnt haben hauptsächlich die Reichsten und Grosskonzerne profitiert. Für die gewaltigen Steuerausfälle (200 Millionen Franken jährlich) muss nun die Zuger Bevölkerung mit dem Sparpaket bezahlen. Infolgedessen mutet es zynisch an, wenn Finanzdirektor Hegglin und Landammann Tännler nun von einer «Opfersymmetrie» oder einem «ausgewogenen Paket» sprechen, mit dem alle ihren Beitrag zur «finanziellen Gesundheit des Kantons Zug» leisteten. Die Herren Hegglin und Tännler erweisen sich als schlechte Ärzte – oder würden Sie einem Asthmapatienten den Arm abschneiden in der Hoffnung, dass der Patient dadurch von seinem Gebrechen erlöst werde (der Absurdität dieses Szenarios entspricht die Absurdität der Zuger Finanzpolitik)?

Wenn von bürgerlicher Seite die «Opfersymmetrie» hochgehalten wird, stellt sich die Frage, weshalb sie eine moderate Steuererhöhung immer noch nicht in Betracht ziehen. Liegt es etwa an der Verblendung durch neoliberale Dogmen? Oder an den substanziellen Beiträgen durch bestimmte «Wirtschaftsverbände», die nur im Interesse der Grosskonzerne handeln? Oder ist die eigene Solidarität jener Kreise doch nicht so gross, wie sie die Bürgerlichen nun bei ihren Mitmenschen einfordern?

Es ist höchste Zeit, dass sowohl Regierungs- als auch Kantonsrat ihre Tiefststeuerpolitik überdenken und einen Kurswechsel im Sinne einer vernünftigen und nachhaltigen Wirtschaftspolitik – keine Sparpakete auf Kosten der Bevölkerung wegen nicht verkraftbarer Steuersenkungen – einschlagen.

Yannick Ringger, Zug

DAS LINKS-RECHTS-SCHEMA GREIFT HIER ZU KURZ

In den Räumlichkeiten des Jugendkulturzentrums Industrie 45 (i45) proben junge Musiker/innen und deren Bands, werden Beiträge für den hauseigenen Radiosender produziert, es finden Jonglierabende sowie Diskussionsrunden und Konzerte statt. Junge Menschen können in der i45 sehr selbstständig an der Verwirklichung ihrer Pläne arbeiten und werden dabei begleitet.

Die i45 ist Teil des Vereins Zuger Jugendtreffpunkte (ZJT) und wird von der Stadt Zug mitfinanziert. Das Kulturzentrum steht allen jungen Zugerinnen und Zugern, nicht zuletzt jenen, welche Interesse an der Mitgestaltung haben, offen.

Eine Fraktion des GGR beschwert sich in einer Interpellation über die «Subventionierung einer staatsfeindlichen Organisation» mit dem Namen «Systembruch». «Solche Personen» zu tolerieren, ihnen gar eine Plattform für ihre «linksradikalen Theorien» zu bieten, sei gefährlich und müsse unterbunden werden.

In seinem Leserbrief vom 20. März zeigt sich ein Mitinterpellant schockiert über die Stellungnahme des Geschäftsführers der i45, welcher in einer Lese- und Diskussionsrunde, initiiert von der Gruppe «Systembruch», keine Gefahr sieht.

An dieser Stelle gebe ich zu, dass sich meine Sympathie für den Systembruch ebenfalls in Grenzen hält und dass sie durch Ausdrücke wie des zitierten «Scheissstaat» nicht wächst.

Im Zusammenhang mit der Interpellation der SVP-Fraktion und dem Leserbrief des jungen Gemeinderates frage ich mich aber, ob allen bekannt ist, was eine Diskussionsrunde ist. Als Diskussion bezeichnet man ein Gespräch, bei dem ein Thema kontrovers untersucht, sprich, diskutiert wird und verschiedene Ansichten zur Sprache kommen. Die blosse Unterscheidung von «links» und «rechts» greift in einer Diskussion meist zu kurz.

Zum Schluss empfehle ich allen jungen Zugerinnen und Zugern wärmstens, das Angebot der i45 beziehungsweise des ZJT zu nutzen. Jugendliche von heute treffen sich nämlich an Konzerten, beim Breakdance, Musizieren, Diskutieren und Jonglieren. Auf bald!

Mara R. Landtwing, Zug


Der Leserbrief „Keine staatliche Plattform für Radikale“ von Gregor R. Bruhin ist hier – Mara R. Landtwings Leserbrief ist eine Antwort auf seinen.

MM Sparpaket in Zug

Steuergeschenke für die Reichen und Sparpakete für die Bevölkerung

Heute hat der Regierungsrat die Sparmassnahmen zur Entlastung des kantonalen Budgets der Jahre 2015-2018 bekanntgegeben. Kaum ein Bereich ist von den Kürzungen verschont geblieben. Insbesondere der Kahlschlag im Sozialen Bereich und in der Bildung ist inakzeptabel. Die JUSO Zug fordert ein ernsthaftes Umdenken in der Steuerpolitik und ein Ende der Abbaupolitik.

In Anbetracht der massiven Einnahmeausfälle durch die zahlreichen überrissenen und unseriösen Steuersenkungen der letzten Jahre ist es eine Zumutung, das Sparpaket als alternativlos darzustellen. Von der Politik, die zu diesem Sparpaket geführt hat, hat der Grossteil der Bevölkerung kaum profitiert – im Gegenteil: Die Mietpreise und Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren explodiert. Die Kosten dieser verfehlten Finanzpolitik muss nun vollkommen die Bevölkerung tragen. Die Behauptung, das „Entlastungsprogramm“ sei ausgewogen, entspricht nicht unserem Verständnis von Solidarität. Die sogenannte „Opfersymmetrie“ benachteiligt ganz klar die Schwächsten unserer Gesellschaft, wie die massiven Einsparungen bei den sozialen Einrichtungen, beispielsweise im „Behindertenbereich“ oder der Verzicht auf die Ausrichtung der Mutterschaftsbeiträge, verdeutlichen.

Positiv zu erwähnen ist hingegen, dass der Massnahmenkatalog den Verzicht des bisher ausbezahlten Steuerbonus an die Zuger Kantonalbank enthält. Diesem ersten Schritt sollten weitere Massnahmen, wie moderate Steuererhöhungen für Konzerne im Kanton Zug folgen. Dass allgemeine Steuererhöhungen weiterhin nicht zur Diskussion stehen, stösst bei uns auf grosses Unverständnis.

Die Notwendigkeit, ein solches Sparpaket zu schnüren, ist ein Beweis für das Versagen der neoliberalen Steuerpolitik, wie sie im Kanton Zug praktiziert wird. Dass das Versprechen an die Bevölkerung, dass die Steuersenkungen der letzten Jahre problemlos verkraftbar sein würden, nicht eingehalten werden konnte, sollte endlich zugegeben werden. Die Gründe müssen beim Namen genannt werden, alles andere ist unaufrichtig gegenüber den Menschen, die darunter leiden. Eine Sparpolitik, welche insbesondere in der Bildung und im sozialen Bereich zuschlägt, darf nie die Antwort auf das Versagen einer Politik unnötiger Steuergeschenke sein.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen zur Verfügung:

Sophia Moczko, Co-Präsidentin JUSO Zug