Hinstehen und Herz zeigen: Solidarität mit Menschen in Not

Die Kundgebung „Hinstehen und Herz zeigen: Solidarität mit Menschen in Not“ war ein voller Erfolg! Danke allen Organisationen, die sie unterstützten, allen Menschen, die gekommen sind, und allen, die am Seeufer geredet, gesungen oder Musik gemacht haben!

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Ein Grund, wieso Aeschi unwählbar ist

Thomas Aeschis Auftritt im SVP-Video ist daneben und geschmacklos. Er verharmlost die Verabreichung von k.o.-Tropfen und verhöhnt damit jedes Vergewaltigungsopfer, besonders jene, die sich wegen der k.o.-Tropfen weder wehren noch an etwas erinnern konnten. Aeschi und seine Partei sind damit unwählbar.

Virginia Koepfli, Hünenberg

Refugees Welcome!

Fakt ist, dass weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Fakt ist, dass sich jeden Tag tausende Menschen auf den lebensgefährlichen Weg machen: Durch die Wüste, über das Mittelmeer, durch zerstörte Städte, weg von Kriegsgebieten, weg von Gewalt und Tod. KEIN Fakt ist, dass Europa alle aufnehmen muss. Fakt ist, dass 86% der Flüchtlinge in Entwicklungsländern wohnen, also nur in ein Nachbarland geflohen sind. KEIN Fakt ist, dass die meisten Asylsuchenden Wirtschaftsflüchtlinge sind. Fakt ist, dass viel mehr für die humanitäre Hilfe als für Asylsuchende in der Schweiz ausgegeben wird, also genau das gemacht wird, was die „Asylkritiker“ immer wieder fordern. Fakt ist, dass die SVP das Budget für Entwicklungshilfe verkleinern und somit auch die Hilfe vor Ort reduzieren möchte.

Es ist verlogen, sich auf der einen Seite für Waffenexporte in alle Welt einzusetzen und auf der anderen Seite zu sagen, man müsse das Problem bei der Wurzel packen. Es ist verlogen, sich über die vielen Flüchtlinge aufzuregen, aber die eigene Verantwortung nicht wahrnehmen zu wollen. Würden Schweizer Konzerne im Ausland Menschenrechte und Umweltvorschriften beachten wären weniger Menschen auf der Flucht. Die Flüchtlingskrise ist ein globales Problem, zu dessen Lösung die Schweiz nur mit klarer, pazifistischer Aussenpolitik und viel Diplomatie einen Beitrag kann. Hier in der Schweiz können wir nur eines tun: Abklären, wer asylberechtigt ist, und wer weder asylberechtigt noch in seinem Heimatland bedroht ist auszuschaffen. Mit der Asylreform von Simonetta Sommaruga wird dieser Ablauf beschleunigt und verbessert.

Die Gefahr für die humanitären Traditionen der Schweiz sind die rechten Hetzer, die sich nicht scheuen, Tatsachen zu verdrehen oder wilde Behauptungen aufzustellen, die fern von der Wahrheit sind. Denn das Schweizer Volk goutiert die Hilfe für Menschen, die sie wirklich brauchen. Wer diese Hilfe nötig hat, entscheiden professionelle Behörden, alles andere wäre Willkür.

Anna Spescha, Zug

Zur Asyldebatte: wenn positive Nachrichten als realitätsfremd bezeichnet werden…

Das Asylzentrum Gubel in Menzingen sorgt leider auch nach dreimonatiger Nutzung für erhitzte Gemüter. Wohl mancher, der die Sachlage nicht kennt und ein paar, wie ich es finde, nicht immer unbedingt übel zu nehmende Vorurteile hegt, mag sich denken: Ist ja klar, die Menschen aus fremden Ländern trüben halt die Idylle der Region, sorgen mit Querelen für Aufsehen und verhalten sich unangemessen. Dass dies eben gerade nicht der Grund für mindestens eines der hochtemperierten Gemüter ist, beweist ein Leserbriefschreiber aus Finstersee. Er regt sich furchtbar über einen entstandenen Begegnungsort, der aus einem Doppelcontainer besteht und durch eine Stiftung, die reformierte Kirche Zug und private Spenden ermöglicht wurde, auf. Es leuchtet mir schon ein, dass es sehr hinderlich sein kann, die Bevölkerung gegen die Unterbringung von Asylsuchenden aufzuwiegeln, wenn in Beiträgen aufgezeigt wird, wie diese und einheimische Menschen ohne Probleme aneinander vorbeikommen, sich sogar zusammen an einen Tisch setzen und die Kinder trotz Sprachbarriere miteinander spielen. Dass auch die IG Zentrum Gubel Mänzige dem Leserbriefschreiber ein Dorn im Auge ist, begreife ich. Dass die Mitglieder aber höhnisch als selbsternannte „Retter der Menschheit“ und „Realitätsfremde“ bezeichnet werden, stösst mir sehr sauer auf. Es ausserdem in einer Zeit, in welcher Diktaturen und Kriege in Eritrea, Somalia, der Ukraine, in Afghanistan, dem Irak, Syrien und an vielen anderen Orten wüten, als Fakt zu bezeichnen, dass blosse Wirtschaftsflüchtlinge unsere Hilfe erbitten, ist entweder eine Kombination aus Blindheit, Analphabetismus und Dummheit oder, was ich in diesem Fall eher vermute, eine bösartige Verbreitung von Fehlinformation. Ach ja, die Unterstellung, alle Medien seien linksgesteuert, Journalistinnen und Journalisten, auch jene, welche für die Neue Zuger Zeitung arbeiten, berichteten linkslastig und faktenfern, möge man in Zukunft doch bitte unterbinden, es gibt nämlich Leute, welche sich dadurch beleidigt fühlen.

Mara Landtwing, Zug

Zum Referendum gegen den Betriebsbeitrag für das Podium 41

Wer dem Podium 41 gegenüber kritische Fragen stellen beziehungsweise den kürzlich beschlossenen Betriebsbeitrag zur Abstimmung bringen möchte, hat selbstverständlich das Recht dazu. Wer von diesem Recht Gebrauch macht, wird nicht als «schlechter Mensch» hingestellt, wie das im Leserbrief vom 13. August behauptet wurde. Im Übrigen darf aber auch ein Komitee kritisiert werden, das sich zwecks Referendum angeblicher Fakten bedient, die so, etwa von der Zuger Polizei, alles andere als bestätigt werden können. Ich persönlich frage mich ja, ob denn Komiteemitglieder, welche von Leuten gehört haben wollen, dass es im Podium 41 «so» nicht weitergehen könne, schon selbst einmal einen Fuss in dieses Lokal gesetzt haben. Ich als junge, weder Alkohol noch Raucherwaren oder andere Drogen konsumierende Frau habe mich im Podium 41 noch nie unwohl, belästigt oder genötigt gefühlt. Höre ich Gregor R. Bruhin, den Mediensprecher des Komitees, von Gewaltszenen berichten, welche im Podium 41 schon fast zur Tagesordnung gehörten, kann ich, bei allem Respekt für den werten Kollegen, nur lachen. Müsste ich jemandem einen «Begegnungsort» nennen, der seinem Namen gerecht wird, würde ich mich fürs Podium 41 entscheiden. Es ist bewundernswert, wie die Betreiberin Gastronomie und soziale Arbeit unter einen Hut bringt. Es werden unter anderem Gäste und Teilnehmer akzeptiert und gecoacht, die an anderen Orten nicht gerne gesehen werden. Gerade deswegen sind viele Pächter herkömmlicher Gastwirtschaften der Stadt und der Betreiberin dankbar. Die Ausgaben für diesen Ort mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen, doch bedenkt man, wie wichtig es für den Frieden einer Stadt ist, auch als randständig bezeichneten Menschen einen Platz zu bieten, dann ist der Beitrag eine sinnvolle und gerechtfertigte Investition. Nur so nebenbei: Im Gegensatz zu vielen Clubs und Bars muss der Eingang des Podiums 41 nicht von Männern mit Schrank-Konstitution bewacht werden. Ich frage Sie, wo wird wohl die Kriminalität höher sein? Mitbürgerinnen und Mitbürgern, welche sich von Leuten fernhalten wollen, die Alkohol, Cannabis oder Tabak konsumieren, empfehle ich, doch in Zukunft das ganze Seeufer, Bahnhöfe sowie sämtliche Bars und Wirtsstuben zu meiden. Zum Schluss noch dies: Auch ich weiss junge und kritische Menschen, die unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen, sehr zu schätzen. Zu ihnen gehört auch Isa­belle Vögtli, die als Vorstandsmitglied einer sehr aktiven Zuger Jungpartei mindestens genauso viel ihrer Freizeit in das Unterschriftensammeln beziehungsweise die Politik investiert wie die von Leserbriefschreiber Andreas Poncini genannten Gemeinderäte.

Mara Landtwing, Zug

Angreifer vertreten keine Meinung

Kürzlich wurde bekannt, dass in Zürich anfangs Juli ein Jude von einer Gruppe Neonazis aufs Übelste beschimpft und sogar bespuckt wurde. Wer in der Schweiz eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion beschimpft, schikaniert und diskriminiert kann gestützt auf die Rassismus-Strafnorm angezeigt und verurteilt werden. Politisch rechte Kräfte behaupten, dass das Antirassismusgesetz im Widerspruch zur freien Meinungsäusserung stünde und bezeichnen es gar als Maulkorb für Schweizerinnen und Schweizer. Anian Liebrand, der Präsident der Jungen SVP Schweiz, ist bei weitem nicht der einzige, welcher die Rassismus-Strafnorm am liebsten abschaffen und die UNO-Antirassismus-Konvention kündigen würde. Noch in diesem Jahr wurde in Luzern eine Veranstaltung unter dem Titel „20 Jahre Antirassismusgesetz – wir feiern nicht!“ abgehalten. Bei der Veranstaltung traten, so finde ich, sehr einseitig gewählte Redner wie Lukas Reimann, Hermann Lei und Herbert Meier auf. Ich möchte noch einmal auf die erwähnte Attacke, die einem Mann jüdischen Glaubens galt, zu sprechen kommen. Mir sind keine Parteivertreter bekannt, welche die aufgenommenen Ermittlungen gegen die an der Aktion beteiligten Neonazis kritisieren. In diesem konkreten Fall sind sich scheinbar alle einig, es handelt sich um eine schlichtweg schändliche und widerliche Tat. Ich denke, es ist selbstverständlich, dass menschenverachtendes Verhalten, wie dieses im Beispiel an den Tag gelegt wurde, in unserem Land nicht toleriert werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun Juden, dunkel- oder hellhäutige Leute, Muslime oder andere Menschen Opfer einer solchen Tat sind. Allgemein ist für mich klar: Wer Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder auch ihres Aussehens wegen beleidigt, schikaniert oder gar angreift, vertritt keine Meinung, sondern hat höchstenfalls ein gestörtes Selbstwertgefühl, welches er sich, bei allem Verständnis, das ich für Menschen mit Problemen auch habe, nicht auf Kosten anderer aufpolieren darf.

Mara Landtwing, Zug

Das Podium 41 muss bleiben!

„Mir sind keine Drögeler, Erich, warum sagsch du das? Wir sind für die Liebe und gegen den Fremdenhass (…)“. Dieses Lied, welches von der Bühnenfigur Müslüm 2010 veröffentlicht wurde, wiederspiegelt die Diskussion um das Podium 41. Es wurde als Reaktion auf eine Initiative veröffentlicht, welche zum Ziel hatte, das Areal der Reitschule, ein kultureller Treffpunkt verschiedenster Leute, zu verkaufen. Die Reitschule in Bern sowie das Podium 41 in Zug bieten Platz für Menschen aller Gesellschaftsschichten. Es kann schon sein, dass einige Politiker in Zug finden „(…) Junkies sind a allem sälber t‘schuld, kei Liide uf de Strass und für Mitleid e kei Grund. Bhalt de Baze drum bi dier und investier i öbis guets (…)“ (Luzerner Band Moskito: Fallschirm). Ich jedoch finde, dass es eine völlig falsche Entwicklung wäre, diesen „Drögeler“ und „Junkies“, all den Alternativen und Familien, Jugendlichen und Feinschmeckern den Platz wegzunehmen, an welchem sie sich wohl fühlen, und an dem man für 14.50 ein super Menü mit Vorspeise und Hauptgang bekommt. Ich will in einer Stadt leben, in der man sich mit gegenseitigem Respekt und auch ein wenig Empathie begegnet (ich hoffe, dass ist nicht zu viel verlangt, Herr Bruhin?). „Chum lass la bambele“ (Müslüm, 2015), entspanne dich ein wenig, und besuche doch mal all die Verrückten im Podium – das sollte einem volksnahen Politiker ja nicht allzu schwer fallen. Eine gute Gelegenheit wäre zum Beispiel der 12. September, an dem eine Wahlparty unter dem Motto „Jung geht wählen“ steigt.

Isabelle Vögtli, Oberwil

Informationen statt inhaltslosen Argumenten

Schon bei den gefühlt 10 letzten linken Initiativen brachten die Gegner im Abstimmungskampf die gleichen Argumente. Selbst da beruhten sie mehr auf Angstmacherei als Fakten, doch dieses Mal erreicht es ein neues Niveau. „Löhne und AHV gefährden?“ ist die grösste Lüge. Wie kann eine Steuer die AHV gefährden, deren Erträge zu zwei Dritteln in die AHV fliessen? Die Erbschaftssteuer ist die Stärkung der AHV und wer seine Rente sichern möchte, muss JA stimmen! „Löhne gefährden“ spielt wohl auf die KMU-Lüge an. Denn die Erbschaftssteuer sieht einen hohen Freibetrag für kleine und mittlere Unternehmen vor; die Initianten schlagen 50 Mio. vor, doch das wirtschaftsfreundliche Parlament wird ihn wohl noch höher ansetzen. Somit sind nur die grössten KMU betroffen und diese profitieren zudem von einem tieferen Steuersatz. Dadurch soll der Weiterbestand gesichert werden und Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Zum Schluss das Wichtigste: Die ersten 2 Millionen sind steuerfrei und Ehepaare beerben sich generell steuerfrei. Die gewöhnliche Eigentumswohnung oder das Einfamilienhaus sind steuerfrei. Besteuert werden erst Vermögen über 2 Millionen. Und da ist die Steuer sicherlich zumutbar.

Wer noch mehr Informationen braucht, um sich überzeugen zu lassen: www.erbschaftssteuerreform.ch

Anna Spescha, Co-Präsidentin JUSO Zug

Fakten zur Erbschaftssteuer

Eine Initiative, die mit so viel Falschinformation bekämpft wird, wie dies bei der Erbschaftssteuer der Fall ist, habe ich noch selten angetroffen. Es ist mir ein Anliegen, dass jeder Bürger fair über den Inhalt der Erbschaftssteuerinitiative informiert ist und somit seine Meinung aufgrund von Fakten bilden kann.

Die Initiative verlangt, dass Erbschaften über 2 Millionen besteuert werden. Was von den Gegnern gerne unterschlagen wird: nur die Differenz des Erbes zum genannten Freibetrag wird mit 20% besteuert. Am Beispiel einer Erbschaft von 2,5 Millionen gelangen so nur 20 % der 0,5 Millionen, also 100‘000 Franken, in die AHV und die Kassen der Kantone.

Des Weiteren wird behauptet, KMU würden durch die Erbschaftssteuer geschwächt. In Wahrheit aber werden dank der angenommenen Initiative Lohnnebenkosten sowie die Mehrwertsteuer tief gehalten, was sich positiv auf unsere Wirtschaft auswirkt und die KMU zu Gewinnern macht. Ich glaube ausserdem nicht, dass das bürgerlich dominierte Parlament im Falle einer Initiativannahme einen Freibetrag unter den, von den Initianten vorgeschlagenen, 50 Millionen festlegen wird. Mittlere, geschweige denn kleinere Unternehmen werden somit keine neue Steuer entrichten müssen.

Fälschlicherweise wird behauptet, die Erbschaftssteuer beträfe alle Erbschaften, tatsächlich aber wären nur 1-2% der reichsten Schweizer betroffen. Mit Hilfe der Initiative wird die AHV gestützt und die Verteilungsgerechtigkeit gefördert. Ich sage klar JA zur Erbschaftssteuer. Wenn ich Sie noch nicht überzeugen konnte, so nehmen Sie sich nur 2 Minuten Zeit und besuchen Sie die liberale Webseite www.erben-macht-sinn.info .

Jonas Imfeld

JA zur Erbschaftssteuerreform

Ich stimme am 14. Juni JA zur Erbschaftssteuerreform. Die in der Initiative festgeschriebenen Sonderregelungen sorgen dafür, dass KMUs von dieser Reform nicht betroffen sind und somit, entgegen vieler Behauptungen, keinen Schaden nehmen.

Betroffen sein werden nur wenige Superreiche, bei denen riesige Geldmengen auf Konten dahinvegetieren. Dieses Geld bringt der Wirtschaft keinen Nutzen. Helfen wird die Steuerreform der Umverteilung – In der Schweiz besitzen heute 2% der Schweizer Bevölkerung so viel Vermögen, wie die übrigen 98% zusammen. Dies ist eine extreme soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit! Führen wir die Erbschaftssteuer ein, so werden zwei Drittel der durch sie generierten Einnahmen in die AHV fliessen. Unser wichtigstes Sozialwerk wird mit diesem Beitrag bedeutend gestützt.

Isabelle Vögtli