No-billag: alle verlieren, Medienkonzerne gewinnen

Falls die no-billag Initiative am 4. März angenommen würde, könnte die SRG nicht mehr in ihrer heutigen Form fortbestehen. Der Bildungsauftrag würde aus der Bundesverfassung gestrichen werden. Informationssendungen wie Tagesschau, 10vor10, Kassensturz, Schweiz aktuell, Nachrichten, Echo der Zeit, Regionaljournal usw. würde es nicht mehr geben. Ebenfalls nicht rentieren italienische Sender, rätoromanische Sendungen, Übersetzungen in Gebärdensprache sowie Untertitel für Gehörlose. Wenn wir dies mit einem Ja zu no-billag abschaffen, würden wir einen Teil der Schweizer Bevölkerung ausgrenzen.

Bleiben würden bei einem Ja aber die Vorschriften, dass die wichtigsten Kultur- und Sport-Ereignisse im Free-TV gezeigt werden müssen. Die Übertragung der olympischen Spiele in Sotschi war extrem aufwändig und konnte durch die Werbeeinnahmen nicht einmal annähernd gedeckt werden. Schweizer Fussball und Eishockey, Schwingen, Skirennen wie die Lauberhornabfahrt, Leichtathletik-Meetings wie Weltklasse Zürich und vieles mehr würden nicht mehr ausgestrahlt werden. Olympia ohne SRF, ohne Schweizer Kommentatoren, ohne Anfeuerung der Schweizer Athletinnen – das wäre nur ein halbes Olympia. Und was wäre denn mit dem Eidg. Schwing- und Älplerfest 2019 ohne live-Übertragung?

Ich will mir nicht ausmalen, wie Schweizer Fernsehen wäre ohne unabhängige Informationen, ohne Bildungs- und Sportsendungen, ohne Konsumentenschutz und ohne mehrsprachiges Angebot. Deshalb stimme ich am 4. März NEIN zu no-billag.

Anna Spescha, Zug

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