Da empört sich der Falsche

Herr Andreas Wüthrich nimmt das Inserat „SVP ist die einzige Partei…“ als Vorlage für seinen Leserbrief und listet in diesem am 6. Oktober pointiert auf, weshalb er die sogenannte „Volkspartei“ nicht unterstützen kann. Daraufhin empört sich Herr Thomas Aeschi in der Ausgabe vom 10. Oktober über die Kritik und fordert von Herrn Wüthrich eine Entschuldigung. Als ehemaliger Kirchenamtsträger wäre es seine Aufgabe, das Evangelium zu verbreiten und nicht, sich in die Politik einzumischen. Er möge sich die Kritik an der SVP ausserdem besser verkneifen, da die Kirche auf die Pflichtabgaben Parteinahestehender angewiesen sei. Persönlich finde ich es sehr begrüssenswert, wenn Kirchenleute Courage beweisen und sich zur aktuellen Politik äussern. Die Anprangerung von Ausgrenzung und hetzerischen Parolen hat meiner Meinung nach sehr viel mit den christlichen Werten zu tun.

Herr Aeschi seinerseits macht sich in einem offiziellen Wahlvideo über die Verabreichung von KO-Tropfen lustig und verharmlost so indirekt Vergewaltigungen. Der Zuger Politiker greift ausserdem an einem öffentlichen Anlass nicht ein, wenn junge Veranstaltungsbesuchende als „Arschlöcher“ und „Weiber“ bezeichnet, ja sogar tätlich angegriffen werden. Er toleriert es des Weiteren an der selben Veranstaltung, wenn einem Kantonsrat gegenüber rassistische Beschimpfungen geäussert werden (Anna Spescha machte den Vorfall bereits in einem Leserbrief vom 8.Oktober publik, erwähnte allerdings nicht, dass Herr Aeschi die Geschehnisse tatenlos beobachtet hatte).

Die genannten Auftritte Herr Aeschis stimmen mich nachdenklich. Ich finde dieses Verhalten eines Nationalrats, egal welcher Partei er angehört, unwürdig. Gleichzeitig ist es in meinen Augen absurd, von einem Leserbriefschreiber eine Entschuldigung zu fordern, nur weil dieser kundtut, weshalb er eine Partei nicht unterstützt.

Von Herrn Aeschi verlange ich keine Entschuldigung, sondern dass er sich in Zukunft als Nationalrat (von seiner Wiederwahl gehe ich aus) auch jenen Menschen gegenüber, die ihn vielleicht nicht gewählt haben, vorbildlich verhält. Die selbe Korrektheit erwarte ich auch gegenüber seinen politischen Kolleginnen und Kollegen jeglicher Partei und Couleur.

Mara Landtwing, Zug

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